Was sind Metadaten?

Kurzbeschreibung:

Metadaten sind genormte Beschreibungen von Unterrichtsmaterialien.
Sie sind notwendig, um das Auffinden und die Austauschbarkeit von Lehr- und Lernmaterialien in bzw. zwischen verschiedenen Systemen zu ermöglichen.

Sie wollen es genauer wissen?

Was ist das Österreichische Metadatenmodell?
Eine Spezifikation, die das Metadatenmodell beschreibt, das in Österreich für die Beschreibung von elektronischen Lehr-/Lernressourcen (sog. E-Learning Content) eingesetzt werden soll. Unter elektronischen Lehr-/Lernressourcen – kurz Lernressourcen genannt – werden didaktisch aufbereitete Materialien und Dienste verstanden, die für das Lernen im Selbststudium oder im traditionellen Unterricht eingesetzt werden können (deshalb auch der Begriff Lehr-/Lernressourcen im Titel). Elektronische Lernressourcen sind portabel und modular aufgebaut und können eindeutig über einen Identifier ausfindig gemacht werden. Basierend auf dem vorliegenden Metadatenmodell können elektronische Austauschformate (z.B. XML-Dateien) definiert werden, die den Transfer von Lernressourcenbeschreibungen zwischen Bereitstellungssystemen ermöglicht.
Die Vereinheitlichung des Metadatenmodells ermöglicht damit den Austausch von solchen Beschreibungen zwischen Lernmanagementsystemen bzw. Learning Content Management Systemen (sog. Content-Pools) unterschiedlicher Hersteller und Betreiber.

Das vereinheitlichte Metadatenmodell zielt darauf ab, die Investitionssicherheit von Content-Pools und anderen zur Verwaltung von Lernressourcen verwendeten Systemen zu erhöhen. Ein vereinheitlichtes Metadatenmodell wird auch zur Etablierung von Wissensmärkten im Bildungsbereich beitragen.
Wissensmärkte verknüpfen mehrere Anbieter von Lernressourcen und unterstützten systemübergreifend und über die (Bundes-)Ländergrenzen hinaus die Allokation von Wissen. Vorraussetzung an der Teilnahme an einem solchen Wissensmarkt sind Systeme, mit denen sich elektronische Lernressourcen beschreiben, d.h. mit so genannten Metadaten versehen, und bereitstellen lassen. Das Metadatenmodell ist flexibel auf alle Arten von elektronische Lernressourcen anwendbar. Kleinere elektronische Lehrmaterialien, wie z.B. ein Foliensatz oder eine Musterprüfung in Geschichte können damit genauso gut beschrieben werden wie komplette Kurse, wie es z.B. eine webbasierte Trainingsanwendung zur Erlangung des Europäischen Computerführerscheins darstellt. Einzelne Content-Pools können einen Schwerpunkt auf einen bestimmten Lernressourcentyp (siehe Attribut Lernressourcentyp) legen und damit ihre Zielgruppe entsprechend bedienen.

Bei der Entwicklung des Modells bestand ein Zielkonflikt zwischen möglichst hoher Verständlichkeit einerseits und möglichst hoher Allgemeingültigkeit andererseits. Gleichzeitig trat ein Zielkonflikt hinsichtlich einer einfachen Erkennmöglicht der Widerverwendbarkeit der Lernressourcen einerseits und einem möglichst geringen Beschreibungsaufwand andererseits auf. Die Konformität mit internationalen Standards war eine weitere Zielsetzung. Das Metadatenmodell wurde auch entwickelt, um die didaktische Qualität von elektronischen Lernressourcen positiv zu beeinflussen, indem Bereitsteller angeregt werden, sich über Zielgruppe, Vermittlungsziel, Interaktivitätsgrad, etc. Gedanken zu machen. Letztere Zielsetzung war insbesondere für die Lernressourcen relevant, die im Rahmen der Aktion Schulbuch Extra (SbX, siehe http://sbx.bildung.at/) bereitgestellt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzung stellt das vorliegende Modell eine Kompromisslösung dar, die es bei geänderten Rahmenbedingungen (z.B. Überarbeitung internationaler Standards, neuer Zielgruppenschwerpunkt, neuen Bereitstellergruppen, etc.) zu reflektieren gilt. Diese Metadatenspezifikation zielt darauf ab, weitestgehend kompatibel zum Metadatenmodell des European Schoolnet (http://www.eun.org/) zu sein. Dadurch sind Lernressourcen, die gemäß des österreichischen Metadatenmodells beschrieben werden, auch kompatibel zum Modell der Europäischen Lernressourcen (European Learning Resources, früher auch: European Treasuries) und in späterer Folge eventuell auch über den European Treasury Browser abrufbar. Die Problematiken der Mehrsprachigkeit wurden lediglich für die allgemeinen Metadaten behandelt. Attribute wie Titel und Beschreibung können in mehreren Sprachen angegeben werden. Für alle weiteren Attribute ist Mehrsprachigkeit derzeit nicht vorgesehen.

Quelle: Auszug aus der Österreichischen Metadatenspezifikation für elektronische Lehr-/Lernressourcen, Version 1.3 vom 30.05.2003

Die Österreichische Metadatenspezifikation

Hier können Sie die gesamte Metadatenspezifikation in der Version 1.3.2 downloaden. (361 KB)